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Kleine Pfeilkunde für Einsteiger

Ohne Pfeile kein Bogenschießen.

Aber was sind nun die richtigen Pfeile für mich und meinen Bogen?

Zuerst hat man mal die Wahl zwischen Holz, Carbon, Alu oder Alu-Carbon. Von Glasfaserpfeilen rate ich, aufgrund er hohen Verletzungsgefahr, generell ab. Die Eigenschaften:

Holz:

  • traditionellste Pfeilart
  • relativ schwer
  • kein Pfeil wird genau dem anderen gleichen
  • brechen leicht
  • witterungsanfällig

Carbon:

  • geringes Gewicht
  • stabil
  • in verschiedener Optik erhältlich
  • perfekter Pfeil für Anfänger

Aluminium:

  • bruch-stabil, aber leicht zu verbiegen
  • höheres Gewicht
  • in verschiedener Optik erhältlich

Alu-Carbon:

  • sehr stabil
  • höheres Gewicht
  • in verschiedener Optik erhältlich
  • relativ teuer

Okay, dann entscheide ich mich für Carbon. In schicker Holzoptik und mit Naturfedern. Passt gut zu meinem Langbogen. Aber was ist denn "Spinewert" und welcher ist dann der richtige?

Der Spinewert gibt an, wie stark sich ein Pfeil biegt. Hoher Spinewert: starke Biegung, niedriger Spinewert: geringe Biegung.

Beim Abschuss biegt sich der Pfeil (Archers Paradox) um den Bogen und stabilisiert sich im Laufe des Fluges in eine gerade Flugbahn. Passt der Spinewert nicht zur Bogenstärke, landet der Pfeil entweder links (zu niedriger Spine) oder rechts (zu hoher Spine) vom Ziel.

Im folgenden Video ist sieht man sehr schön dieses Phänomen in Slow Motion.

Na Toll! Und wie finde ich jetzt heraus, welcher Spinewert passt?

Für den Anfang reicht es erstmal, wenn man die Zugstärke seines Bogens kennt.

Der Fach-Bogenhändler wird den passenden Pfeil bereitstellen. Kauft man die Pfeile im Internet, sollte bei der Bestellauswahl neben dem Spinewert auch die dazu empfohlene Bogenstärke angegeben sein.

Möchte man jedoch einen perfekt passenden Pfeil, sollte man neben der Zugstärke auch die Bauart der Sehne (Strangzahl und Sehnentyp), die Auszugslänge, die Pfeillänge sowie das Spitzengewicht kennen. In diesem Fall ist dann ein Spinwertrechner eine große Hilfe:

Wie ist das eigentlich mit den Federn. Naturfedern finde ich schon mal toll. Die gibt's ja auch in allen Farben, aber manche sind kurz, andere lang und bei manchen Pfeilen sind gleich mehr als 3 dran oder so gedreht. Welche soll ich denn da jetzt nehmen?

Neben der schönen Optik haben Naturfedern jedoch den Nachteil, dass sie sich bei Nässe vollsaugen, zusammenfallen und die Flugeigenschaften des Pfeiles beeinträchtigen. Sie besitzen auch einen höheren Luftwiderstand als Kunststoff, was bei größeren Distanzen ein Nachteil sein kann. Der Vorteil liegt wiederum darin, dass sie leichter und flexibler sind und auch wenn man mal einen Ast streift sich nicht so leicht ablenken lassen. Im trockenen Zustand stabilisieren sie schnell den Pfeilflug und sind für den traditionellen Schützen die erste Wahl.

Die Länge und Form den Federn beeinflusst die Flugeigenschaften des Pfeiles.

Umso größer sie Oberfläche, umso höher der Luftwiderstand. Das heißt also eine großflächige Feder stabilisiert den Flug besser macht ihn jedoch auch langsamer und umgekehrt. Das gleiche gilt auch für die Höhe der Federform.

Eine Befiederung mit 6 großen Federn oder mit um den Pfeil gewickelten Federn nennet man Flu-Flu. Entwickelt zur Vogeljagd und gut geeignet für kurze Distanzen und Luftziele. Hier nutzt man die Bremswirkung der großen Federfläche um auf kurze Distanz eine schnelle Stabilisierung des Pfeilfluges zu erreichen und vor allem um bei Luftzielen zu verhindern, dass der Pfeil unkontrolliert weit fliegt. Er wird in der Luft sehr schnell gebremst, fällt dann senkrecht vom Himmel und man kann ihn, wie ein Blümchen, von der Wiese pflücken.

Blog für Einsteiger im Bogenschießen, Pfeilkunde
Flu-Flu-Befiederung an Scholzschaft

Die am häufigsten verwendeten Federformen sind Parabol, Shield, Saubuckel und Indian Style.

Kurz gesagt, ist somit eine 4 Zoll Parabol- oder Shieldfeder eine gute Wahl für Einsteiger. Möchte man im Parcours auch Luftziele (z.B. 3D-Vögel im Baum) schießen, sollte man auch einige Flu-Flu Pfeile im Köcher haben.

Klasse! Dann hab ich's jetzt:

Ich nehme einen Satz Carbonpfeile (12 Stk.). Gleich als Komplettpfeil. Laut Rechner brauch ich die mit 600er Spinewert. Mit einer 4 Zoll Befiederung in Farben, die man im Gras auch gut wieder finden kann und dazu 3 Flu-Flu's.

Auf geht's zur Bogenjagd-3D!

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