Köcherarten im Praxistest

29.11.2018

Die Tücken am Rücken

Der Rückenköcher

Wer mit seinem Bogen unterwegs ist benötigt einen Köcher.

Nun gibt es davon diverse Arten.

Die bekannteste ist sicher der Rückenköcher. Dank Robin Hood und seinen Mannen aus dem Wald, hat den jeder schon mal gesehen.

Sieht schick aus und man hat gleich so ein heldenhaftes Gefühl mit dem Köcher auf dem Rücken.

Doch dieser Köcher hat auch Nachteile:

Ich gehe also los, heldenhaft, greife nach hinten um mir einen Pfeil aus dem Köcher zu nehmen. Mist, ich komm nicht ran. Der Köcher ist zu weit nach hinten gerutscht. Also am Gurt ziehen und den Pfeil rausholen. Benötigt 2 Hände (und eine hält den Bogen).

Die Alternative hierfür ist der Rückenköcher mit 3Punkt-Gurt. Sieht vielleicht nicht ganz so lässig aus, aber der Köcher bleibt wo er ist und rutscht nicht rum.

Hin und wieder braucht man allerdings mal einen speziellen Pfeil aus seinem Köcher. Nun ist es von Vorteil, wenn man gerade keinen steifen Nacken hat. Immerhin sind die Pfeile ja auf dem Rücken und tasten hilft da selten.

Okay, mein Kopf rotiert hervorragend. Ich habe genau den Pfeil den ich brauche, da fällt er mir auch gleich aus der Hand! Ich bücke mich und kann sofort Mikado mit meinen gesamten Pfeilen spielen bevor ich sie vom Boden auflesen, da diese geradewegs nach vorn aus dem Köcher gerutscht sind.

Alle wieder eingesammelt und im Köcher verstaut, was übrigens auch nicht so einfach ist, da man mit allen Pfeilen die Öffnung des Köchers (der sich immer noch auf dem Rücken befindet) treffen muss. Da fällt schon mal was daneben. Also bücken und …

Ab und zu bleibt man mal mit den Federn in den Büschen hängen, aber das passiert auch mit anderen Köchern.

Ach ja, der Rucksack muss natürlich auch zu hause bleiben, der Rücken ist ja schon besetzt.

Fazit:

Für alle die es traditionell mögen und das "Robin Hood-Feeling" genießen möchten.

Schöner Köcher mit Tücken in der Praxis.

 

Die komfortablere Variante des Rückenköchers:

 

Der 3Punkt-Gurt hält den Köcher an Ort uns Stelle.

Der Seitenköcher

Der Seitenköcher ist wohl die beliebteste Köcherform.

Sehr handlich und in verschiedenen Ausführungen erhältlich.

Nun hat auch dieser, wie der im vorherigen Beitrag beschriebene Rückenköcher, so seine Tücken:

In den meisten Fällen wird der Seitenköcher mit einem Gurt oder Gürtel um die Taille getragen. Findet man diese nicht, kann man ihn auch unter dem Bauch oder darüber anbringen. 

Zu beachten ist beim Kauf, ob man Rechts- oder Linkshandschütze ist. Der Köcher wird auf der Seite der Zughand getragen und die Pfeilenden (Federn) zeigen nach vorn. Es macht also Sinn, dass, falls am Köcher eine zusätzliche Tasche oder Verzierung angebracht ist, diese nach Außen zeigt.

Einige Seitenköcher bringen keinen Gurt mit. Sie werden mit einem Haken oder Karabiner am Gürtel oder an der Hose befestigt. 

Ein eventueller Störfaktor dieser Köcherform ist es, dass sich mit jedem Schritt auch der Köcher bewegt. Das heißt er schlägt am Bein an und die Pfeilenden schlagen nach links und rechts aus, was zur Folge hat, dass sich das mit dem Anschleichen schwierig gestaltet, da man unüberhörbar klappert. Und natürlich ist dieses Gebammel auch einfach lästig.

Einige wenige Köcher haben zur Abhilfe einen zusätzlichen Gurt, mit dem man den Köcher am Bein befestigen kann.

Ansonsten hilft nur festhalten.

Ach ja, hinsetzten ist eher schlecht. Da sollte man vorher den Köcher doch besser ablegen.

Der große Vorteil gegenüber dem Rückenköcher ist, dass man seine Pfeile im Blick hat und diese auch wieder leicht verstauen kann.

Blog für Bogenschützen: der Seitenköcher

Rechtshand-Seitenköcher ohne Gurt von Bearpaw

Eine andere beliebte Form des Seitenköchers ist der Holsterköcher.

Er wird ebenfalls an der Seite getragen, jedoch zeigen hier die Pfeilenden nach hinten.

Dank seiner kurzen Taschenform bammelt hier nichts. Da die Öffnung nach hinten zeigt, ist das Bestücken allerdings schwieriger, ebenso wie der Griff nach einem bestimmten Pfeil. Auch die Anzahl der Pfeile, die dieser Köcher fasst ist recht begrenzt. In dem, natürlich unwahrscheinlichen Fall, dass man einige Male nicht trifft und dabei Pfeile verliert, könnte es also eng werden.

Blog für Bogenschützen: Holsterköcher

Holsterköcher für Rechtshandschützen von Bearpaw

Natürlich gibt es noch einige weitere Arten von Köchern.

So z.B. der Bogenköcher der direkt am Bogen angebracht wird. Hier hat man seine Pfeile sofort im Griff, jedoch in sehr begrenzter Stückzahl.

Im folgenden Video wird dessen Funktionsweise gut erklärt.

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Kommentare: 1
  • #1

    Harald (Mittwoch, 12 Dezember 2018 03:33)

    Herrlich! Sehr bildlich und eindrucksvoll beschrieben. Da bleibe ich doch bei meinem Seitenköcher. LG